So, das wird jetzt eher ein grundsätzlicher Artikel zu FoodCoops und natürlich, wie ich mir das vorstelle. Ich bin bisher da nicht aktiv und es sieht im Moment auch nicht danach aus, als dass sich das ändern wird. Aber wenn es soweit ist, hab ich den Kontakt in Neukölln schon klargemacht.
FoodCoops sind Einkaufsgemeinschaften vor allem für biologische und regionale Produkte. Ziel ist es zu günstigen Konditionen gutes Essen einzukaufen und den Bio-Einzelhandel zu umgehen. Interessant ist es deshalb natürlich vor allem für Menschen, die eh größere Mengen brauchen. In der Regel besteht eine FoodCoop aus 20 – 40 Personen. Es gibt zwei Unterscheidungen. Bei einer Bestell-FoodCoop werden Bestellungen abgegeben und dann nach Bestellung eingekauft. Bei einer Abhol-FoodCoop wird vorrätig gehalten und dann wie in einem Laden gekauft. Der Betrieb wird dabei durch die Mitglieder organisiert. Lagerräume sollten natürlich besonders günstig sein. Die Finanzierung funktioniert in der Regel prePaid und es gibt monatliche Verwaltungskosten.
Positives
- günstig, gute Nahrung
- zentraler Einkauf (kein Geschäfte-Hopping) – > Zeitersparnis
- sozialer Kontakt
- in der Nähe (Neukölln hat fast gar keine Bio-Läden)
Negativ
- schwer zu organisieren
- oft Verwebung mit ideologischen Vorstellungen
- Infrastruktur muss erhalten werden (Warenannahme, Warenausgabe, Finanzen, etc)
So, nun natürlich das wichtige. Ich stell mir das ungefähr so vor:
Für mich macht das eigentlich nur Sinn, wenn ich alle Dinge des täglichen Bedarfs über die FoodCoop abdecken kann. Dazu gehört bei mir nicht zwingend Fleisch, weil dass für mich Luxusgut ist und vom Fleischer kommen sollte, aber wenn es da auch Seife und Klopapier geben würde, fände ich das auch gut. Ansonsten brauch ich auf jeden Fall Gemüse, Käse, Milch, sonstige Brotaufstriche wie Marmelade, Brot (ist grenzwertig, aber warum eigentlich nicht). Es sollte einen zentralen Raum geben, der gut erreichbar ist und es muss jemanden geben, der die Ware bei der Annahme kontrolliert. (Das weiß ich von einer mittlerweile aufgelösten FoodCoop.) Lieferung brauch ich eigentlich 2 mal die Woche, schon wegen der Milch und auch wegen der Lagermöglichkeiten. Da wir bisher auf dem Maybachufermarkt einkaufen waren, hat dich der 2x-die-Woche-Rhythmus ganz gut eingeprägt. Bei einer Bestell-Coop finde ich ein internetbasiertes Bestellsystem super. Wenn da noch ein SocialNetworkingTool dranhängt um Gemüsetipps und Rezepte rumzutratschen, wäre ich total glücklich. Ansonsten geht es mir vor allem darum effizienter Einzukaufen (keine 1000 Geschäfte abklappern) und darum dass ich das kriege, was ich haben will (keine anständigen Bio-Läden hier). Der Preisfaktor ist nicht unerheblich, aber nur ein Faktor neben allen. Ansonsten wird es zwar nicht billiger als im Discounter, aber Großhandelspreise machen gute Nahrungsmittel auch für schmale Geldbeutel erschwinglich.
Wer Interesse an sowas hier in Neukölln hat, darf gerne kommentieren. Wer fragen zu dem System hat natürlich auch.


3 Kommentare
Kommentar-Feed für diesen Beitrag
11. Februar 2010 um 3:03 pm
Lesenswerter Artikel über FoodCoops « Neues aus der tube²
[...] Lesenswerter Artikel über FoodCoops Hmm, naja, ich habe ihn gerade selber geschrieben, aber er ist halt in meinem Blog. Für die Quadratube wär das natürlich das ultimativ richtige, aber dazu möchte ich noch ein bißchen mehr Feedback und Ethusiasmus bekommen. Zu lesen ist er hier: http://nillesnotizen.wordpress.com/2010/02/11/foodcoops-was-ist-das-und-will-ich-das/ [...]
15. Februar 2010 um 12:01 pm
Marie
bin dabei! Keine Fragen zum System!
15. Februar 2010 um 1:47 pm
madmooose
Haha, ich setzte meine Mitlesercounter auf +1. Hallo und willkommen Marie auf der digitalen Müllkippe meines Gehirns